30.06.2026 – Arrow-Sensor Süd kommt in den Großraum Kaufbeuren
Die Bundeswehr hat den Großraum Kaufbeuren für die südliche Sensorstellung des Arrow Weapon System for Germany, kurz AWS-G, ausgewählt. Die Entscheidung wurde am 30. Juni 2026 bei einem Pressetermin im Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe, Abteilung Süd, auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren bekannt gegeben.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der Hauptabteilungsleiter Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung, Alexander Götz, und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, informierten über das Vorhaben. Söder übergab dabei eine Urkunde zur Überlassung eines Areals im Großraum Kaufbeuren.
Die betreffenden Grundstücke werden bislang von den Bayerischen Staatsforsten bewirtschaftet und sollen dem Bund zunächst zur Nutzung überlassen werden. Nach Angaben der Bundeswehr können damit die erforderlichen Untersuchungen und Vorbereitungen für den Bau und späteren Betrieb der Anlage beginnen. Langfristig ist ein Verkauf oder Grundstückstausch mit Eigentumsübertragung vorgesehen.

Redaktionelles Bild – Urkundenübergabe am Fliegerhorst Kaufbeuren
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Sensorstellung als Teil eines deutschlandweiten Systems
AWS-G soll an mehreren strategisch verteilten Standorten in Deutschland betrieben werden. Vorgesehen sind Stellungsbereiche im Norden, Osten und Süden, die technisch miteinander verbunden werden. Im Dezember 2025 hatte die Bundeswehr in der Annaburger Heide die Anfangsbefähigung des Systems hergestellt.
Für den Großraum Kaufbeuren ist nach der offiziellen Mitteilung die Sensorstellung Süd vorgesehen. Ihr Radar soll anfliegende ballistische Raketen erfassen und damit zur Abdeckung des Bundesgebiets beitragen. Der konkrete Standort der Anlage wurde in den veröffentlichten Mitteilungen nicht näher bezeichnet.
Das Gesamtsystem umfasst neben Radaren des Typs Green Pine Block C einen Gefechtsstand sowie Abschussvorrichtungen mit Arrow-3-Lenkflugkörpern. Daraus darf jedoch nicht abgeleitet werden, dass sämtliche Bestandteile in der Region Kaufbeuren stationiert werden. Für Kaufbeuren ist ausdrücklich der südliche Sensorstandort bestätigt.
Abwehr ballistischer Raketen in großer Höhe
Das von Israel und den Vereinigten Staaten entwickelte Arrow-3-System ist auf die Abwehr ballistischer Raketen großer Reichweite ausgerichtet. Nach Angaben der Bundeswehr kann es Ziele in mehr als 100 Kilometern Höhe und damit außerhalb der Erdatmosphäre bekämpfen.
Der Abfangflugkörper zerstört sein Ziel durch die Energie des direkten Aufpralls. AWS-G ist als defensives System vorgesehen und soll der Frühwarnung sowie dem Schutz der Bevölkerung, kritischer Infrastruktur, militärischer Einrichtungen und verbündeter Staaten dienen.
Die Angaben zu Leistungsfähigkeit und Schutzwirkung beruhen auf den Darstellungen der Bundeswehr. Eine Garantie, dass jeder denkbare Angriff vollständig abgewehrt werden könnte, ist damit nicht verbunden.

Redaktionelles Bild – Besuch bei der Luftwaffe in Kaufbeuren
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Kaufbeuren als technischer Ausbildungsstandort
Der Fliegerhorst Kaufbeuren ist seit 1957 ein Ausbildungsstandort für luftfahrzeugtechnisches Personal. Heute ist dort die Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe beheimatet.
Zu ihren Aufgaben gehören nach Angaben der Bundeswehr unter anderem Aus- und Weiterbildungen in Radartechnik und Radarelektronik, Luftfahrzeugtechnik, Waffen- und Munitionstechnik sowie im Bereich Elektronischer Kampf. Die technische Ausbildung an den Kampfflugzeugen Tornado und Eurofighter gehört ebenfalls zum Auftrag des Standorts.
Der Pressetermin zur AWS-G-Entscheidung fand auf dem Fliegerhorst statt. Die Bundeswehr bezeichnet den Standort der geplanten Sensorstellung dagegen allgemein als „Großraum Kaufbeuren“. Beide Orte dürfen deshalb in der Berichterstattung nicht ohne weiteren Nachweis gleichgesetzt werden.
Nach Angaben Söders sind im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung des Standorts Investitionen von insgesamt etwa 80 Millionen Euro vorgesehen. Auch zusätzliche Arbeitsplätze stellte der Ministerpräsident in Aussicht. Da die Bayerische Staatsregierung dazu keine Aufschlüsselung veröffentlichte, werden diese Angaben als politische Ankündigung und nicht als unabhängig bestätigter Investitionsplan wiedergegeben.
Pilotvorhaben zum Denkmalschutz
Ein weiteres Thema des Besuchs war der Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden in militärischen Liegenschaften. Hintergrund ist das bayerische Gesetz zur Förderung der Bundeswehr. Es sieht unter bestimmten Voraussetzungen einen Vorrang militärischer Belange gegenüber den Anforderungen des Denkmalschutzes vor.
Dadurch sollen Gebäude auf Bundeswehrgelände schneller für aktuelle militärische Anforderungen angepasst werden können. Nach Darstellung der Luftwaffe bedeutet dies jedoch nicht, dass denkmalpflegerische Gesichtspunkte grundsätzlich unbeachtet bleiben.
Obwohl bei entsprechenden Veränderungen am Standort Kaufbeuren kein denkmalschutzrechtliches Erlaubnisverfahren mehr erforderlich ist, will die Bundeswehr nach eigenen Angaben die zuständigen Landesbehörden weiterhin vor geplanten Maßnahmen einbeziehen. Ziel des als Pilotvorhaben bezeichneten Vorgehens ist es, militärische Nutzung und den Erhalt historisch bedeutsamer Bausubstanz miteinander zu verbinden.
Welche Gebäude konkret verändert werden sollen und welche einzelnen Baumaßnahmen vorgesehen sind, wurde in den öffentlich zugänglichen Mitteilungen nicht näher ausgeführt.

Redaktionelles Bild – Gespräch auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren
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Weitere Vorbereitungen für den Sensorstandort
Mit der Grundstücksüberlassung ist die Sensorstellung noch nicht fertig errichtet oder in Betrieb genommen. Zunächst stehen Untersuchungen, Planungen und weitere Vorbereitungsmaßnahmen an. Zu einem konkreten Baubeginn, zur Inbetriebnahme oder zur genauen Zahl der künftig in der Region eingesetzten Beschäftigten machten die ausgewerteten offiziellen Mitteilungen keine belastbaren Angaben.
Der Termin vom 30. Juni markiert damit eine Standortentscheidung für den südlichen Sensor des AWS-G und den Beginn weiterer Vorbereitungsschritte. Gleichzeitig stellte er die künftige militärische Nutzung des Kaufbeurer Standorts und das Pilotvorhaben zum Denkmalschutz in den Mittelpunkt.
Unsere Fotostrecke dokumentiert den Besuch von Ministerpräsident Markus Söder auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren am 30. Juni 2026. Die Aufnahmen zeigen die Übergabe der Überlassungsurkunde gemeinsam mit Alexander Götz und Generalleutnant Holger Neumann, einen Rundgang durch eine Luftfahrzeughalle sowie ein Gespräch mit Bundeswehrangehörigen.
Die Bilder stehen in hoher Auflösung zur Lizenzierung für die redaktionelle Berichterstattung zur Verfügung. Die vollständige Fotostrecke erhalten Sie in unserem Login-Bereich.